Ich habe in meinem — doch eher kurzen — Leben schon so einige Stunden im Einwohnermeldeamt verbracht. Damals mit Papa und Mama den Kinderausweis abholen. Danach um ein extra großes Eis oder ein KidsMenu beim goldenen M für das lange und vorallem langweilige Warten im multikulturellsten Raum der Stadt betteln. Nicht zu vergessen ist natürlich der größte aller Momente an diesem Ort: Perso beantragen! Endlich „darf“ man sich ohne Hemmungen das Pils verabreichen und hat das ganze sogar schriftlich und frisch laminiert.
Doch der letzte Besuch sollte es natürlich nicht bleiben. Wenn man das finanzielle Glück hatte, stand ab und zu mal ein Urlaub an und dafür brauchte man gerade vor der großen EU-Erweiterung doch meistens einen Reisepass. Dieser war für mich damals sowas wie ein Sammelbuch für die Stempel der auswärtigen Ämter.
Einige der Stunden im Einwohnermeldeamt verbrachte ich wohl im „Fotofix“-Automaten. Wobei man früher einfach in den Automaten gehüpft ist und das wohl „haargeligste“ Foto auswählte und auf den Perso-Antrag geklebt hat. Heute gilt es seine Murmel möglichst biometrisch in die Linse zu strecken und sich dabei in dem 0,57 m² großen Belichtungshaus nicht schon im Jungspundalter den ersten Hexenschuss abzuholen. Warten ist kein Freund. Gerade heute, wo man Niemanden um eine Gegenleistung für gutes Benehmen anflehen kann.
Heute war es wieder so weit: Montag. Der einzige Tag an dem Ich nach der Arbeit meinen Amtsgang dort erledigen kann, weil sich die werten Beamten menschlicherweise mal bis 18:00 Uhr erbarmen. 17:05 also hieß es im Foyer „Push the button“ und Wartenummer ziehen. Plötzlich hielt ich einen Fetzen Papier in der Hand mit der Aufschrift „702“. Im ersten Moment habe ich mich gefragt ob ich heute tatsächlich der 702. Zoo-Besucher bin. Dann wollte ich es wissen und betrat völlig unvorbereitet den Wartesaal. Mir sprang bald die mitten im Raum an die Decke montierte Leuchttafel ins Auge: Die oberste Zahl lautete 635. Ohne lang zu zögern machte ich auf der Stelle kehrt und verbrachte einige Zeit mit meinen Freunden Nikotin und Zucker. Zu diesem Zeitpunkt meine besten Alternativen zum „Dumm-da-stehen“ im Warteraum.
Ich beschäftigte mich also satte 45 Minuten und schaute zwischendurch immer mal wieder nach den Lottozahlen an der Decke. Dann war es soweit: 698. „Es kann nicht mehr lange dauern. Die paar Minuten kann ich auch drinnen warten“, dachte ich mir. Während ich da stand und beobachtete wie immer mehr schöne und weniger schöne Menschen den Raum füllten, versuchte ich über irgendetwas sinnvolles nachzudenken. Ich stellte eine Theorie auf: Ich könnte völlig selbstlos der nächsten umwerfenden Frau, die die Folterkammer betritt, mit einem lässigen Spruch meine kostbare Wartenummer überreichen und wäre höchstwahrscheinlich für den Rest des Tages ihr Held. Wer weiß, vielleicht würde eine Handynummer oder sogar eine unvergessliche Umarmung dabei rausspringen. Vielleicht ist heute mein Glückstag? So viel zur Theorie…
Wenn man sich oft genug nach einem Beziehungsdrama aus dem Kinosessel erhoben hat und dachte: „Schade, dass die Wirklichkeit anders aussieht und nicht meinen Namen kennt.“, weiß man, dass ich für meine unbezahlbare Wartenummer von 99% der Frauen in dieser Stadt wahrscheinlich nicht viel mehr als ein „Danke“ und im Nachhinein vielleicht noch einen missfälligen Gedanken wie „So ein Opfer!“ bekommen hätte.
Ich habe es jedenfalls nicht gewagt und bin mir im moment nicht ganz sicher ob ich darauf stolz sein oder beim nächsten Amtsgang den Mut haben sollte, die Theorie zu bestätigen.
Simon Petrus
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August 28th, 2009
RTL Television GmbH
attn Peter Gert Johannes Kloeppel
Aachener Straße 1044
50858 Cologne
Germany
Dear Mr Kloeppel:
I am writing in response to your vacancy for the weatherman job at RTL-News listed in the „Kölner Stadt-Anzeiger“. I am confident that I meet your requirements for this position and I hope that you will consider my application.
My joint honors degree in Facility Administration in heaven and over more than a hundred years professional experience as a meteorologist have prepared me to embrace this challenging role. I am a native Hebraic speaker and speak German and English fluently and I am sure that these language skills will prove an asset to your show.
I believe that with my natural diplomacy and interpersonal skills, my business expertise and practical experience in the field of weather forecasting, I am the perfect candidate for your TV-Show. I am motivated by the prospect of working with RTL in this challenging period of time as the company prepares to enter a new information market. I am sure that I will play a vital role in your team to help RTL successfully reach its goals.
Please find enclosed my CV which details my career history to date, along with information about other professional qualifications.
I thank you for taking the time to consider my application and I would be delighted to attend a personal interview with you.
Die Welt ist verdammt in Hektik geraten. Alle sind immer in Eile und wenn man mal langsam macht, wird man gleich angehupt.
Es ist mal wieder an der Zeit einen Kurzfilm ins Weltall zu feuern. Am Freitag, den 30. April 2010 findet der zweite Movie-Slam im Cinemaxx Braunschweig statt. Und wir haben es uns nicht nehmen lassen, wieder unseren Senf hinzuzugeben.Wie damals schon berichtet, stellt man sich in diesem Wettbewerb der Meinung des Publikums und der einer Jury. Deshalb lade ich euch herzlich ein am Abend des 30. Aprils ins Cinemaxx Braunschweig zu kommen, für unseren Film abzustimmen oder mit Tomaten zu werfen.
Verantwortlich ist das gleiche Team, welches schon bei „Nicht mit Toni“ die Filmklappe schlug. Geplant, gedreht und geschnitten wurde an insgesamt 4 Tagen und herausgekommen ist das technisch — meiner Meinung nach — beste Ergebnis seitdem wir Kurzfilme machen. Dank unseres Hauptakteurs Henning Reichrath ist es uns gelungen eine Idee, die in drei Köpfen Form angenommen hatte, vernünftig umzusetzen und unsere Erwartungen zu übetreffen. Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht.
In dem, mit 10 Minuten Laufzeit für unsere Verhältnisse recht langen Kurzfilm, geht es um eine nicht enden wollende Romanze zweier Menschen, die an manchen Tagen am liebsten die Zeit entweder anhalten oder zurückdrehen möchten. Um es mit Kurt Krömers Worten zu sagen: „Et jeet um Liebe, Schmerz un janz wenisch Hoffnung.“
Bitte macht euch selbst ein Bild (Am besten in der höchsten Auflösung HD):
Habe gerade auf meiner alten Festplatte einige Dokumente meines jüngeren Ichs wiederentdeckt. Eines davon war mein Musterungsbericht aus dem Jahr 2005, den ich mal für ein paar Freunde in unserem Forum niederschrieb. Diesen möchte ich euch nicht vorenthalten:
Musterungsbericht
Am 20.05.2005 erhielt ich meine erste Einladung zur Musterung für den 09.06.2005 um 13:15 Uhr.
Am 07.06.2005 (!) erhielt ich dann einen Brief vom Kreiswehrersatzamt in dem meine Einladung wegen Ausfalls medizinischen Fachpersonals aufgehoben wurde.
Am 16.06.2005 traf dann die nächste Einladung ein in der ich gebeten wurde am 07.07.2005 um 12:15 Uhr zu erscheinen.
Dieser Einladung durfte ich dann endlich folgen…
07.07.2005
Am Kreiswehrersatzamt angekommen begab ich mich zum Eingangsbereich. Dort saß eine ältere Dame in einem Glaskasten der ich meinen Namen mitteillen sollte. Sie strich meinen Namen auf einer Liste durch und wies mir den Weg zur Anmeldung (“Immer den blauen Pfeilen in den 1. Stock folgen”). Dort angekommen begrüßte mich der einzige Soldat der in Braunschweig stationiert ist. Er gab mir eine blaue Mappe mit Informationen zum Ablauf der Musterung und einen “Laufzettel” auf dem die Stationen aufgelistet waren.
1. Personalaufnahme
Ich betrat ein kleines Büro in dem ein gewisser Herr Horn saß. Nachdem ich meine ganzen Unterlagen praktisch auf den Tisch gelegt und ihn begrüßt hatte, lobte er mich. Das hatte er anscheinend zum ersten mal erlebt. Sonst müsste er die Leute immer nach jedem Papier einzeln fragen.
Ich legte vor : Schulbescheinung, Personalausweis, Führerschein
Dann stellte er mir die alles entscheidende Frage : “Haben sie schon eine Ahnung was sie gerne machen möchten?”
Ich antwortete ohne zu zögern : “Ich würde nach dem Abi gerne Zivildienst leisten.”
Daraufhin legte er mir einen Antrag auf “Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen gemäß Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes” vor welchen ich unterschrieb.
Damit war die Personalaufnahme abgeschlossen und ich wurde wieder zur Anmeldung geschickt.
Dort bekam ich ein Hängeschloss für meinen Schrank in der Umkleidekabine die ich dann auch aufsuchte (“Immer den roten Pfeilen folgen!”)
2. Labor
Nach ca. 15 Minuten Wartezeit in der Umkleide(/Wartezimmer?) wurde ich dann in Flip-Flops und Badehose ins Labor gerufen. Dort begrüßte mich eine unattraktive Blondine. Kurz auf die Wage, unter die Messlatte und meine Maße waren notiert. Danach drückte sie mir noch einen Becher in die Hand und sagte nur : “Maximal halbvoll” und schickte mich in ein Badezimmer. Während ich den Becher füllte dachte ich darüber nach ob er nun halbvoll oder halbleer ist. Ich verwarf den Gedanken und stellte meinen Becher mit der Aufschrift “Adolf Hitler” (Name von der Redaktion geändert) neben ca. 40 andere Becher mit bestimmt 40 verschiedenfarbigen, gelben Inhalten. :konfus:
Nach diesem bunten Exkurs verließ ich das Labor mit einem müden “Tschüssi” und setzte mich wieder ins Wartezimmer.
Dort warteten nun schon 3 andere junge Männer in Boxershorts.
3. Medizinische Untersuchung (Ich weiss den Namen nicht mehr, aber sinngemäß dürfte dieser sein)
Was genau an dieser Station passieren würde wusste ich nicht genau, aber gefreut darauf hab ich mich nicht.
Als ich den Raum betrat saßen 2 Damen in weißen Kitteln an einem Tisch, begrüßten mich und baten mich Platz zu nehmen.
Die ältere Dame des “ärztlichen Fachpersonals” fing ersmal an mir 1000 Fragen zu stellen. Sie fragte mich nach Krankenheiten die ich hatte/habe/haben könnte, nach Krankheiten die in meiner Familie vorgekommen sind und nach sonstigen Beschwerden die ich so habe. Die meisten Fragen nach Krankheiten konnte ich nicht sicher beantworten, jedoch erzählte ich von meinen Plattfüßen (Laut dem Doktor : Platt-Spreiz-Senk-Fuß 250 oder so ähnlich) und gelegentlich auftretenden Rückenschmerzen.
Nachdem wir das Frage-Antwort-Spiel abgeschlossen hatten bat sie mich alles bis auf die Unterhose auszuziehen. Schon stand ich da in Boxershorts und musste immerzu an die Rektaluntersuchung denken von der ich im Internet gelesen hatte.
Die Frau mit den vielen Fragen überprüfte dann meine Beschwerden, notierte sich irgendwas und schickte mich dann zu der anderen Frau.
Dieser erklärte mir dann was nun auf dem Programm steht. Wir begannen mit dem Sehtest. Schnell in ein Gerät geguckt. 16 Buchstaben in 4er Reihen, von oben nach unten immer kleiner. War eigentlich kein Problem für mich.
Jetzt kam der Hörtest. Ich musste die unbequemsten Kopfhörer meines Lebens aufsetzen und immer ein Signal (ein einfaches JA) geben wenn ich was höre. Erst das rechte, dann das linke Ohr. Leider war es manchmal ziemlich schwer die hohen Töne schnell zu hören wenn im Raum zwei antike PCs ihrer Arbeit nachgehen und die zweite Frau ein Telefongespräch führt. Ich beschwerte mich nicht und spitzte einfach die Lauscher.
Nun dürfte ich mich wieder mit der anderen Frau vergnügen. Erst ein paar kleine Koordinationsübungen wie z.B. “So, jetzt bitte mal auf dem rechten Bein stehen, die Augen zumachen und dann mit der linken Hand die Nasenspitze berühren.” Ich kam mir dabei ein wenig verarscht vor, aber wenn der Doktor meint…
Nach diesen lustigen Spielchen sollte ich es mir nun auf einer Liege bequem machen. Mir wurde ein Pulsmessgerät um den rechten Arm gelegt und gemessen. Die Puls war in Ordnung, ich zufrieden, Frau Doktor anscheinend noch nicht. “Bitte mal aufstehen und 20 Kniebeugen machen”. Ich fragte noch mal ganz unbefangen nach : “20?” und fing an…… “….18 …. 19 …. 20!” Sie : “Gut, jetzt bitte nochmal hinlegen”. Nochmal Puls messen. Aha.
Jetzt wurde es brutal. Sie holte den Hammer. Damit kloppte sie auf meinen Knien und Armen rum um meine Reflexe zu testen. Ich zuckte ein paar mal emotionslos und ließ das ganze über mich ergehen.
Nach einem lüsternen “So…” der Dame in weiß wusste ich was auf mich zukommt : GENITALUNTERSUCHUNG
Komischerweise fragte sie mich noch ob das OK für mich wäre. Ich sagte nur : “Warum nicht?”
Also auf auf in eine Ecke des Raumes und schon ging das gefummel los. Sie blickte in die Luft, griff zu und ließ mich husten.
*hust**hust* *fummel**fummel* und das ganze war nach 10 Sekunden vorbei. “War ja garnich so wild…” dachte ich.
Jetzt sollte ich mich bücken und auf der Liege aufstützen. Gesagt getan. Sie setzte an uuuund : ARSCHGESPALTEN!
Das ganze ging vielleicht 1 Sekunde. Jedenfalls kann ich mich an alles was danach in diesem Raum passiert ist nicht mehr erinnern außer das sie mir noch sagte : “Ich werde sie als T2 einstufen, aber nur wegen ihren Plattfüßen, sonst T1.”
Danach durfte ich mich in der Umkleide wieder anziehen und mich zur Anmeldung begeben. Der ABZ-Soldat schickte mich dann noch zu einer Frau ins Büro. Sie überreichte mir dann meine(n) Ärztliche Entscheidung/Verwendungsausweis und erklärte mir diesen. Auf diesem Zettel fand ich ein Kreuz bei A400, was bedeutet, dass ich bei der Bundeswehr nicht fähig bin als Gebirgsjäger zu dienen. Nur eine Einschränkung. Ich war überrascht, aber zufrieden. Danach war ich entlassen, hab noch kurz mit dem Soldaten geklönt und bin nach Hause gefahren.
Das ganze hat ungefähr 2h30m gedauert.
Meiner Meinung nach eine der gelungensten Kettenreaktionen gepaart mit einer netten Mitschnippmucke der Kapelle „OK Go“ aus Chicago. Und da sagt nochmal einer Musikvideos wären heutzutage keine Kunstform mehr. Vampire Weekend ist da z.B. auch vorne mit dabei! Man schaue sich deren Clip zu „A-Punk“ mal bei YouTube an!